War alles KI. :o) // Ironie Ende
Ein ziemlich ungefilterter Gedankenausbruch über KI, kreative Arbeit, Sarahs Stimme und die Frage, warum heute scheinbar hinter allem nur noch ein Prompt vermutet wird.
Uli Ortlieb
8/14/20265 min read
Schreiben, schreiben macht einfach Spaß. Bücher erstellen macht Spaß. Es macht mir so viel Spaß, dass ich inzwischen sogar sagen kann: Es macht meinen Kopf frei.
In letzter Zeit war ich so tief in meinem letzten Escape-Buch-Projekt „Sarahs Stimme“ versunken, dass ich mich mit dem, was mich an meinem ganzen Schaffen am meisten stört, gar nicht mehr auseinandergesetzt habe.
Wenn ich so darüber nachdenke, sollte ich das vielleicht auch besser lassen. Denn das Erste, was mir dann wieder in den Kopf kommt, ist dieser alte Spruch mit den betroffenen Hunden. „Betroffene Hunde bellen“ oder „bellen nicht“? :o)
Ach du Schreck, jetzt fällt mir das im Moment tatsächlich nicht mehr ein.
Also frag ich doch schnell mal KI/AI.
Und genau da sind wir bei dem Punkt, der mich inzwischen am meisten stört.
Da es mein Blog ist und Schreiben für mich durchaus auch eine Art Therapie sein kann, muss das jetzt einfach mal raus.
„Sarahs Stimme“ und mein nächstes Projekt, dazu später mehr, habe ich für mich inzwischen auf einem Niveau entwickelt, bei dem ich sagen kann: Für einen Solopreneur ist das aus meiner Sicht etwas Besonderes. Und ja, ich bin stolz darauf, was ich mit diesem ersten Werk in dieser Form geschaffen habe.
Bei „Sarahs Stimme“ musste für mich alles funktionieren, wie ich es geplant hatte.
Die Geschichte musste funktionieren. Die App musste funktionieren. Die Audio-Files mussten sich nahtlos in die Geschichte einfügen. Und am Ende sollte daraus für den Kunden ein wirklich gutes Erlebnis entstehen.
Für den Kunden.
Und ja, genau so meine ich das.
Das soll mein eigenes Schaffen nicht kleiner machen, aber ich sehe mich nicht als Autor im klassischen Sinne. Ich bin niemand, der sich hinsetzt und einen großen Roman, eine Saga oder ganze Fantasiewelten erschafft, oder was auch immer man klassischerweise mit einem Autor verbindet.
Ich sehe mich eher als Geschichtenerzähler, der nach Möglichkeiten sucht, Menschen zu unterhalten und im besten Fall glücklich zu machen.
Und diese Menschen sind nun einmal auch meine Kunden. Für sie arbeite ich. Für sie versuche ich, das Bestmögliche aus dem herauszuholen, was ich mache.
Auf was will ich eigentlich hinaus?
Jetzt kommt es.
Vielleicht ist das eine meiner größten Schwächen oder eine meiner größten Verletzlichkeiten. Keine Ahnung. Aber beim Schreiben darf man ja auch mal Gefühle zeigen.
Was mich wirklich auf die Palme bringt, ist diese verfickte Drecksmeinung, nach all den Gedanken, Stunden, Versuchen, Änderungen und meinem ganzen Wirken und Tun alles mit einem einzigen Satz abzukanzeln:
„Und wie hast du das mit KI gemacht?“
Bei so etwas kann ich nicht mehr in mich halten.
Da werde ich so was von aggressiv, dass es mir fast jedes Mal den Sender zerfetzt.
Diese neue Kultur, die sich gerade entwickelt, alles mit KI erklären zu wollen und das, was ich und viele andere machen, einfach als AI Slop oder KI-Müll abzutun, ohne auch nur eine Sekunde darüber nachzudenken, was eigentlich dahintersteckt, ist so was von unglaublich verfickt nochmal beschissen.
Und ja: Ihr kotzt mich an.
Oh Gott, jetzt fällt mir wieder dieser Post von früher ein, bei dem sich eine junge Dame mit Regenbogenflagge ausgelassen und gefühlt alles als Schrott bezeichnet hat. Das Thema hatte ich schon einmal in einem früheren Blog.
Aber zurück zum Thema.
Wie bin ich eigentlich wieder darauf gekommen?
Bei „Sarahs Stimme“ wollte ich dieses Mal ganz bewusst etwas Neues schaffen. Und weil das Projekt deutlich komplexer ist als ein normales Buch, wollte ich das Produkt auch entsprechend absichern.
Spiele müssen funktionieren.
Die Story muss passen.
Audios müssen verständlich sein.
Die Audios müssen zur Lösung beitragen.
Abläufe müssen funktionieren.
Zeitliche Zusammenhänge müssen stimmen.
Und genau an solchen Punkten kann ich KI/AI einsetzen, um Dinge zu prüfen: Passen meine zeitlichen Abläufe? Ist mein Textfluss verständlich? Ist die Geschichte lesbar? Kann man meine manchmal völlig ausufernden Gedanken kürzen, ohne dass dabei das verloren geht, was ich eigentlich sagen will?
Die Stimmen in diesem und in weiteren Projekten werden mit generativen Programmen erstellt und anschließend von mir mit einem herkömmlichen Audioprogramm weiterbearbeitet.
Und „weiterbearbeitet“ heißt nicht, dass ich irgendwo einen Knopf drücke und fertig.
Ich sitze teilweise stundenlang an einer erstellten Audiodatei und bessere sie nach. Ich passe Dinge an, arbeite mit Raumklang, füge Schritte ein, Geräusche kommen hinzu und vieles mehr.
Und natürlich schreibe ich schön brav ins Impressum, was ich wie und womit gemacht habe.
Beim Hochladen meiner Manuskripte muss ich als Autor angeben, was ich wo mit KI verändert habe, ob Texte korrigiert wurden und so weiter.
Ich beschäftige mich mit Gesetzen rund um Veröffentlichungen.
Ich bin eine einzelne Person, die liebt, was sie tut, und muss auf meiner Homepage ein Impressum führen, Datenschutzrichtlinien beachten, AGB vorhalten und wahrscheinlich noch zehn andere Dinge berücksichtigen, an die ich gerade überhaupt nicht denke.
Und schon bin ich wieder abgeschweift.
Genau das passiert nämlich, wenn ich mich über dieses Thema aufrege.
Jetzt aber wirklich zurück zum Punkt :o)
„Sarahs Stimme“.
Ich gebe mein aktuelles Herzensprojekt an Freunde heraus, damit sie die Spielbarkeit prüfen. Die Rätselmechanik. Die Abläufe. Die App, die ich selbst per Vibe Coding entwickelt habe. Einfach alles, was später funktionieren muss.
Ein Projekt, mit dem ich seit Dezember 2025 schwanger herumlaufe.
Ich habe es geändert.
Überarbeitet.
Verworfen.
Neu entwickelt.
Wieder geändert.
Und irgendwann war der Punkt da, an dem ich sagen konnte: Jetzt bin ich im Ziel.
Ein geschlossenes Escape-Buch-Projekt, entwickelt von einem Solopreneur, inklusive App-Funktionalität.
Und dann werde ich von einem befreundeten Tester des Buches als Erstes gefragt:
„Aber die Texte hast du doch alle mit KI gemacht.“
Ich könnte bei so etwas im Strahl kotzen.
Diesen Text hier habe ich nicht mit KI geschrieben.
Dieser verfickte Text kommt aus meiner Birne.
Mir geht es dabei gar nicht nur um diese eine Aussage. Natürlich wird sie mir wahrscheinlich noch eine ganze Weile stinken. Vielleicht stehe ich irgendwann darüber. Vielleicht bellt der gebissene Hund irgendwann auch nicht mehr.
Keine Ahnung.
Ach Gott, jetzt wurde ich kurz unterbrochen, weil Besuch da war, und bin völlig raus aus meinem Anfall :o)
Aber vielleicht ist das auch ganz gut.
Natürlich kann ich heute mit einem Prompt ein Bild generieren, auf dem irgendetwas zu sehen ist. Ich kann auch 1000 Werbebilder erstellen, die am Ende alle irgendwie ähnlich aussehen.
Aber es können auch sehr viele Menschen mit dem Fuß gegen einen Ball treten.
Deshalb sind sie noch lange keine Profis.
Manche kicken in irgendwelchen unterirdischen Ligen herum und freuen sich trotzdem dabei. Ist doch vollkommen in Ordnung.
Aber wenn ich in etwas wirklich gut sein will, muss ich mich damit beschäftigen.
Ich muss lernen.
Ich muss ausprobieren.
Ich muss Fehler machen.
Ich muss Dinge verwerfen und wieder neu machen.
Und wenn ich etwas schaffen möchte, das am Ende überdurchschnittlich gut ist, dann muss ich eben mehr hineinstecken als nur einen Knopfdruck.
Vielleicht sollte ich deshalb auch einfach aufhören, mich an den negativen Aussagen festzubeißen.
Denn das, was ich hier tue, liebe ich.
Ich mache es mit der Menge an Engagement, die mir zur Verfügung steht, mit viel Zeit, ziemlich viel Wahnsinn, Liebe zum Detail und auch mit Stolz auf das, was am Ende dabei herauskommt.
Und sollte dieser Text jemandem nicht passen oder sollte sich jemand angesprochen fühlen:
Dann ist mir das scheißegal.
Das hier ist mein Blog.
Und dieser Text ist wahrscheinlich so etwas wie eine befreiende Gehirnreinigung von all den negativen Aussagen, mit denen ich bei meinem Schaffen immer wieder konfrontiert werde.
Und am Ende kann ich dann sowieso sagen:
Ich war das ja gar nicht.
War alles KI. :o)
Geil.
Prompt an Uli // Ironie Ende.
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