KI klar verstehen: Warum ich eine kostenlose Seite über KI und Datenschutz gebaut habe

Liest die KI mit? Warum ich „KI klar verstehen“ gebaut habe – kostenlos, neutral, mit Quelle und Prüfdatum zu ChatGPT, Claude und Datenschutz.

Uli Ortlieb

11/8/20264 min read

A presentation slide featuring the German text Die vier Fragen an jede KI and the website address app.beiltro.com/ki-klar.
A presentation slide featuring the German text Die vier Fragen an jede KI and the website address app.beiltro.com/ki-klar.

KI klar verstehen: Warum ich eine kostenlose Seite über KI und Datenschutz gebaut habe

„Liest die KI mit, was ich eintippe?“ Diese Frage höre ich ständig. Von Freunden, von Handwerkern, aus dem Büro. Die einen nutzen ChatGPT oder Claude jeden Tag und machen sich keine Gedanken. Die anderen trauen sich gar nicht ran, weil irgendwo stand, die KI „klaut alle Daten“.

Beides ist zu einfach. Und genau dafür habe ich KI klar verstehen gebaut.

👉 https://app.beiltro.com/ki-klar/

Was das ist

Eine kostenlose Informationsseite zu KI und Datenschutz, bisher zu ChatGPT und Claude. Ohne Anmeldung, ohne Werbung, ohne Cookies, ohne Tracking. Ich verkaufe dort nichts und empfehle keinen Anbieter.

Du findest dort:

  • Vier Einstiege: für Privatpersonen, Handwerker und Selbstständige, kleine Betriebe und den Mittelstand.

  • Die vier Fragen, die man jeder KI stellen sollte – dazu gleich mehr.

  • Sechs Alltagsszenarien, vom Werbetext bis zu Bewerberdaten.

  • Anleitungen, wie man das Training ausschaltet und einen temporären Chat nutzt.

  • Einen Selbstcheck mit bis zu sieben Auswahlfragen. Er läuft nur in deinem Browser, nichts wird gesendet. Am Ende stehen Maßnahmen und offene Fragen – aber kein Urteil, ob du „alles richtig“ machst. Das kann eine Webseite nicht seriös beantworten.

Mein Leitgedanke dabei: Vertrauen schaffen. Risiken verstehen. KI bewusst nutzen.

Die Transparenz ist schon da – man muss sie nur finden

Was mich beim Recherchieren am meisten überrascht hat: Die Anbieter sagen erstaunlich viel. Es steht nur verstreut in Hilfe-Centern, Datenschutzseiten und Verträgen. Und oft nur auf Englisch.

Ein paar Beispiele:

  • Training ausschalten geht bei beiden. Bei ChatGPT heißt der Schalter „Das Modell für alle verbessern“ (Einstellungen › Datenkontrollen). Bei Claude heißt er „Help improve our AI models“ – auch in der deutschen Oberfläche auf Englisch.

  • Wer liest mit? Bei Claude-Privatkonten lesen Menschen bei Anthropic Unterhaltungen laut Anbieter nur, wenn du Feedback gibst oder wenn ein Verstoß gegen die Nutzungsrichtlinie geprüft wird. Bei ChatGPT-Privatkonten nennt OpenAI begrenzte Fälle, etwa Missbrauchsprüfung, Support auf deine Anfrage – und die Verbesserung der Modelle, solange du sie nicht abgeschaltet hast.

  • Beide sagen selbst: Antworten können falsch sein, prüf sie.

Und dann der wichtigste Satz der ganzen Seite: „Kein Training“ heißt nicht „keine Speicherung“. Ein temporärer Chat bei ChatGPT wird nicht fürs Training genutzt, aber erst innerhalb von 30 Tagen gelöscht. Ein Inkognito-Chat bei Claude ebenso: kein Training, trotzdem 30 Tage aufbewahrt.

Damit man das nicht für jede Einstellung neu durchdenken muss, ordnet die Seite alles nach vier Fragen:

  1. Training – Wird meine Eingabe genutzt, um künftige Modelle zu verbessern?

  2. Speicherung – Wie lange liegt sie beim Anbieter?

  3. Zugriff – Wer kann sie sehen?

  4. Ort – Wo wird verarbeitet, und welcher Vertrag regelt das?

Dazu immer: Ergebnisse prüfen.

Und Windows?

Über Windows regt sich kaum noch jemand auf. Dabei ist das Prinzip ähnlich.

Laut Microsoft lassen sich in Windows Home und Pro die Diagnosedaten nicht ganz abschalten. Die Einstellung „Diagnosedaten aus“ gibt es nur in den Enterprise- und Education-Ausgaben und auf Windows Server. Standard sind die „erforderlichen“ Diagnosedaten – weniger geht in Home und Pro nicht. Die „optionalen“ Daten umfassen laut Microsoft zum Beispiel den Browserverlauf und Suchbegriffe in Microsoft-Browsern.

Bei KI ist es ähnlich: Einstellungen helfen, aber sie schalten nicht alles ab. Die Firmenversionen bieten mehr – bei ChatGPT Business und Enterprise und bei Claude Team und Enterprise wird zum Beispiel standardmäßig nicht mit Kundendaten trainiert.

Wo der Vergleich hinkt: Bei KI tippst du den Inhalt selbst ein. Deshalb ist die wichtigste Einstellung nicht im Menü, sondern bei dir: Was gibst du ein? Namen, Adressen, Gesundheitsdaten, Passwörter haben in einem Chat nichts verloren. Auch das erklärt die Seite.

Mein Wunsch ist, dass der Umgang mit KI so selbstverständlich wird wie der mit Windows – aber mit offenen Augen. Einstellungen kennen, wissen was bleibt, bewusst entscheiden.

Mit KI gebaut – und genau deshalb offen gelegt

Ja, ich habe die Seite mit Claude erarbeitet. Das steht auch so auf der Seite „Über dieses Angebot“. Jeder Text ist gegen die Quellen geprüft, und ich verantworte ihn.

Manche fragen dann: Steckt da jetzt „KI drin“? Nein. Eine Datei, die mit KI-Hilfe entstanden ist, hat keine KI eingebaut. Entscheidend ist, was der Code tut. Und das ist hier überschaubar und geprüft:

  • Die Seite besteht aus einfachen, fertigen HTML-Seiten auf meinem eigenen Webspace. Im Betrieb läuft keine KI.

  • Sie setzt keine Cookies und lädt nichts von fremden Servern. Eine Sicherheitsrichtlinie auf jeder Seite blockiert solche Anfragen zusätzlich.

  • Vor jeder Veröffentlichung läuft eine automatische Prüfung. Sie sucht unter anderem nach Analyse-, Telemetrie- und KI-Schnittstellen und bricht ab, wenn eine Aussage keine Quelle hat.

Und: Jede Tatsachenaussage hat eine Quellennummer und ein Prüfdatum. Klickst du drauf, siehst du, woher sie kommt. Im Hauptberuf bin ich in der Qualitätssicherung. Da gilt: Was nicht belegt ist, gilt nicht.

Aktuell bleiben – mit eingebauter Erinnerung

Das Schwierigste an so einer Seite ist nicht das Bauen. Es ist das Aktuellhalten. Anbieter ändern ihre Regeln laufend.

Deshalb prüfe ich die Anbieterquellen jeden Monat. Am 8. November 2026 waren alle Anbieterquellen der Prüfliste frisch geprüft. Die nächste Prüfung ist schon geplant: Am 4. Dezember startet automatisch ein Claude-Agent, liest die Quellen erneut, vergleicht sie mit dem Stand der Seite und schickt mir einen Prüfbericht. Was sich geändert hat, korrigiere ich. Jede inhaltliche Änderung landet im öffentlichen Änderungsprotokoll.

So wird aus „einmal recherchiert“ ein Stand, dem man trauen kann – weil man sieht, wann er geprüft wurde.

Was die Seite nicht ist

Keine Rechtsberatung. Kein Siegel „DSGVO-konform“. Kein Urteil über deinen Einzelfall. Die Seite gibt Orientierung, mit Quelle und Prüfdatum. Maßgeblich ist immer der aktuelle Stand beim Anbieter.

Schau rein

👉 https://app.beiltro.com/ki-klar/

Fang mit den vier Fragen an oder mach den Selbstcheck. Und wenn dir etwas fehlt oder nicht stimmt: Schreib mir über die Kontaktdaten im Impressum. Genau so wird die Seite besser.

Quellen zu diesem Beitrag:

Stand der Angaben: 08.11.2026.

Uli

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